Elbvertiefung wird immer sinnloser!


Pressemitteilung geschrieben von Ulrich Schröder, Donnerstag den 18.03.2010

Herbert Behrens (MdB)

Ulrich Schröder (DIE LINKE.): Elbvertiefung wird immer fragwürdiger und sinnloser – Bereits drei Jahre sind seit der ersten Planauslegung vergangen

Die Forderung Hamburgs nach einer weiteren Elbvertiefung bewegt sich auf zunehmend dünnerem Eis. Das vor drei Jahren, am 20.März 2007 begonnene Planfeststellungsverfahren stockt, und den Befürwortern der größten geplanten Elbvertiefung aller Zeiten gehen die Argumente aus.
Erstmals in der 40 jährigen Geschichte des Containerumschlags hat der Hamburger Hafen nicht nur einen erheblichen Umschlagsrückgang hinnehmen müssen, er ist auch hinter den Hafen in Antwerpen zurückgefallen.
„Auffällig dabei ist, dass der Hafen in Antwerpen eine wesentlich geringere Zugangstiefe hat. Tideunabhängig können große Containerschiffe nur bis 11,90 m Tiefgang den dortigen Containerhafen anlaufen, in Hamburg sind es fast ein Meter mehr, nämlich 12,80 m“, betont Schröder. 
„Die Fahrrinne der Elbe ist also nicht zu flach, der Hamburger Hafen liegt einfach zu weit im Binnenland. Daher wird auch immer weniger Ladung für den Ostseeraum in Hamburg umgeschlagen, so dass auch die Feederverkehre rückläufig sind. Feederschiffe haben nur einen geringen Tiefgang und können die Außen- und Unterelbe auch bei extremem Niedrigwasser befahren“.
In Bremerhaven ist der Containerumschlag deutlich weniger stark zurückgegangen als in Hamburg.
Die Außenweser ist kein bisschen tiefer als Außen- und Unterelbe, allerdings liegt Bremerhaven deutlich näher am Meer und damit an den Containerschiffsrouten.
In knapp zwei Jahren geht der Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven der Containerterminal in Betrieb.
Dann haben die Reeder einen noch näher liegenden Umschlagsstandort und können diesen mit den allergrößten Containerschiffen jederzeit tideunabhängig anlaufen. Um mit Wilhelmshaven konkurrieren zu können müsste Hamburg seinen Containerhafen 50 Kilometer elbaufwärts verlagern und die Außen- und Unterelbe um fünf Meter vertiefen.
„Aufgrund all dieser unbestreitbaren Fakten muss jetzt endgültig auf das Wahnsinnsprojekt Elbvertiefung verzichtet werden“, fordert Ulrich Schröder. Damit würden über 400 Millionen Euro Steuergelder eingespart, die Uferbefestigungen, die Deiche, die Natur, die Fischer und die Obstbauern geschont werden. Das Aus steht jetzt auf der Tagesordnung, denn der Bundesverkehrswegeplan soll in Kürze aktualisiert werden, darin ist die Elbvertiefung noch enthalten.
Diesbezügliche parlamentarische Aktivitäten der LINKEN im Bundestag, in der Hamburger Bürgerschaft und im Niedersächsischen Landtag hat Schröder den Linksfraktionen jetzt vorgeschlagen.
Immer noch fehlt der Nachweis über die Erfüllung aller Auflagen aus dem Planfeststellungsbeschluss der letzten Elbvertiefung vor zehn Jahren! Außerdem endet das Beweissicherungsverfahren über die Auswirkungen erst Ende 2014.
Kompensationsflächen zum vorgeschriebenen Ausgleich für die geplanten schwerwiegenden Eingriffe in den Naturhaushalt sind bis heute nicht gefunden worden.
Die Vorhabensträger des Monsterprojekts der damaligen rotgrünen (!) Bundesregierung stehen mit leeren Händen und nicht vorhandenen Finanzmitteln da. Ulrich Schröder, Kreistagsabgeordneter im Landkreis Cuxhaven und Ratsherr in der Stadt Cuxhaven






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