Elbvertiefung wird immer sinnloser!
Ulrich Schröder (DIE LINKE.): Elbvertiefung wird immer fragwürdiger und sinnloser – Bereits drei Jahre sind seit der ersten Planauslegung vergangen
Die Forderung Hamburgs nach einer
weiteren Elbvertiefung bewegt sich auf zunehmend dünnerem Eis. Das
vor drei Jahren, am 20.März 2007 begonnene
Planfeststellungsverfahren stockt, und den Befürwortern der
größten geplanten Elbvertiefung aller Zeiten gehen die
Argumente aus.
Erstmals in der 40 jährigen Geschichte des Containerumschlags hat
der Hamburger Hafen nicht nur einen erheblichen Umschlagsrückgang
hinnehmen müssen, er ist auch hinter den Hafen in Antwerpen
zurückgefallen.
„Auffällig dabei ist, dass der Hafen in Antwerpen eine
wesentlich geringere Zugangstiefe hat. Tideunabhängig können
große Containerschiffe nur bis 11,90 m Tiefgang den dortigen
Containerhafen anlaufen, in Hamburg sind es fast ein Meter mehr,
nämlich 12,80 m“, betont Schröder.
„Die Fahrrinne der Elbe ist also nicht zu flach, der Hamburger
Hafen liegt einfach zu weit im Binnenland. Daher wird auch immer
weniger Ladung für den Ostseeraum in Hamburg umgeschlagen, so dass
auch die Feederverkehre rückläufig sind. Feederschiffe haben
nur einen geringen Tiefgang und können die Außen- und
Unterelbe auch bei extremem Niedrigwasser befahren“.
In Bremerhaven ist der Containerumschlag deutlich weniger stark zurückgegangen als in Hamburg.
Die Außenweser ist kein bisschen tiefer als Außen- und
Unterelbe, allerdings liegt Bremerhaven deutlich näher am Meer und
damit an den Containerschiffsrouten.
In knapp zwei Jahren geht der Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven der Containerterminal in Betrieb.
Dann haben die Reeder einen noch näher liegenden Umschlagsstandort
und können diesen mit den allergrößten
Containerschiffen jederzeit tideunabhängig anlaufen. Um mit
Wilhelmshaven konkurrieren zu können müsste Hamburg seinen
Containerhafen 50 Kilometer elbaufwärts verlagern und die
Außen- und Unterelbe um fünf Meter vertiefen.
„Aufgrund all dieser unbestreitbaren Fakten muss jetzt
endgültig auf das Wahnsinnsprojekt Elbvertiefung verzichtet
werden“, fordert Ulrich Schröder. Damit würden
über 400 Millionen Euro Steuergelder eingespart, die
Uferbefestigungen, die Deiche, die Natur, die Fischer und die
Obstbauern geschont werden. Das Aus steht jetzt auf der Tagesordnung, denn der Bundesverkehrswegeplan soll in Kürze aktualisiert werden, darin ist die Elbvertiefung noch enthalten.
Diesbezügliche parlamentarische Aktivitäten der LINKEN im
Bundestag, in der Hamburger Bürgerschaft und im
Niedersächsischen Landtag hat Schröder den Linksfraktionen
jetzt vorgeschlagen.
Immer noch fehlt der Nachweis über die Erfüllung aller
Auflagen aus dem Planfeststellungsbeschluss der letzten Elbvertiefung
vor zehn Jahren! Außerdem endet das Beweissicherungsverfahren
über die Auswirkungen erst Ende 2014.
Kompensationsflächen zum vorgeschriebenen Ausgleich für die
geplanten schwerwiegenden Eingriffe in den Naturhaushalt sind bis heute
nicht gefunden worden.
Die Vorhabensträger des Monsterprojekts der damaligen
rotgrünen (!) Bundesregierung stehen mit leeren Händen und
nicht vorhandenen Finanzmitteln da. Ulrich Schröder, Kreistagsabgeordneter im Landkreis Cuxhaven und Ratsherr in der Stadt Cuxhaven
