Armut mit dramatischen Auswirkungen!
Dr. Jürgen
Schroeder,
Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes Land Hadeln, machte auf der
Mitgliederversammlung mit einigen Zahlen Realitäten klar: Etwa
2,5
Millionen Kinder bundesweit wüchsen unter Armutsbedingungen
auf
„mit schlimmen Folgen für die
Gesellschaft“. Hartz IV
sieht für ein Kind 2,57 € pro Tag für
Lebensmittel,
10,23 € pro Jahr für Spielsachen und 9,12 €
pro Jahr
für Schulbedarf vor.
Er sprach das offen an, was manch eine Politikerin oder Politiker gern
in den Schubladen der Verwaltung unter Verschluss halten
möchte.
Armut aber lässt sich nicht einsperren. Zahlen oder
Statistiken zu
erfassen, kann nur eine Grundlage sein, einem Notstand zu begegnen.
Die Ortsverbände des DRK konzentrierten sich auf regionale
Hilfe
wie z.B. die Anlaufstation für benachteiligte Menschen in
Hemmoor.
Dieser ´Shop´ gewährleiste „die
regelmäßige Lebensmittelversorgung von mehr als 400
Kindern“. Er forderte flächendeckende Angebote von
Kinderkrippen, Tagesstätten, Hortbetreuung und Ganztagsschulen
sowie die kostenlose Bereitstellung von Lernmitteln und Mittagessen. Zu
den Aufgaben, die gesellschaftliche werden müssten,
gehöre
auch die direkte Hilfestellung in Familien und
Wohngemeinschaften“. Die „Rückbesinnung
auf den
Sozialstaat Bundesrepublik ist notwendig,“ so Dr. Schroeder.
In seinem Beitrag stellte er den Kritikern der Versorgung
überwiegend verarmter Menschen über Tafeln,
Suppenküchen
und ähnlichen Einrichtungen seine Ansicht entgegen. Er teile
nicht
die Auffassung, dass „diese die Lebenstüchtigkeit
der
Menschen behinderten“. Es seien vielmehr die
gesellschaftlichen
Umstände, die Menschen „in diese Einrichtungen
treiben“.
Dem sei nur wenig hinzugefügt: Die Kraft vieler Menschen, die
zunehmend die ehrenwerte Tätigkeit, und diese, unentgeltlich
verrichten, darf nicht länger ausgebeutet werden.
Sozialpolitik
ist daran zu messen, dass ein Hauptziel bleibt, Mensch die
Würde
und Selbstbestimmtheit dauerhaft zu ermöglichen.
Christina
Leib 2009-07-02
Zurück zum
Seitenanfang